“wer guckt, entdeckt!“
Der niederländische Bildhauer Pieter Obels (1968) hält gerne die Augen offen. Er schaut mit neuen Augen und sieht was andere vermissen in der Natur, auf Industriegebieten und hoch am Himmel. Er läßt sich inspirieren durch die unerwarteten Details die er dort findet und die er improvisierend vereinfacht und vergrößert. Mit seinem natürlichen Gefühl für Rhythmus und Harmonie arbeitet er die Wachsformen von z.B. Wolken, fließendem Wasser und Samenhülsen aus zu stählernen Objekten die treffen durch ihre Eleganz und ihre irreführende Einfachheit, gefügt zu der samtartigen Wärme seines
favorisierten Materials, erodierten Cortenstahl.

In dieser Weise erlaubt Obels uns durch seine Augen zu schauen und entdecken wie speziell die tägliche Wirklichkeit ist. Es ist aber nicht nur die Wirklichkeit, aber auch der Raum den er uns von neuem schauen will. Die Formen von Objekten und die Bewegungen vom Zuschauer sind schließlich sehr bestimmend für die Atmosphäre und Bedeutung eines Raumes. Obels verfertigt seine Objekte in solcher Weise, daß die Augen seiner Zuschauer bewegen bleiben wollen und, mit ihren Augen, ihr ganzer Körper, der sich als von selbst biegend und spazierend um das Kunstwerk bewegt. Obels‘ Werke haben ja nie eine Vorderseite, eine Fassade. Sie folgen die ständige Bewegung natürlicher Wachsformen und der menschlichen Neugier.

Obels arbeitet fast ausschließlich mit dem wunderschönen Material Cortenstahl. Das ist ein wetterfester Baustahl, der in sehr kurzer Zeit, durch Aussetzen an der Atmosphäre, eine tiefrote- oder oranienbraune Oxidschicht bekommt. Diese dichte Rostschicht beschützt den Kern des Stahles vor weiterer Oxydation. Deswegen braucht er also keine Behandlung und hält sehr lange, obwohl er immer mehr oder weniger korrodiert und dadurch eine lebhafte Wechselwirkung mit dem Raum um sich herum hat. Fast als ob er atmet.